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Aeschi


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Bericht vom Schweizer Spinntreffen vom 29./30. Mai 2010

Rund 30 Spinnerinnen sind in Aeschi oberhalb von Spiez im Kanton Bern zum FrĂŒhlingstreffen der Spinnerinnen zusammengekommen. Zwar hatten wir kein grosses WetterglĂŒck, doch wie jedes Mal war auch dieses Spinntreffen lebhaft, bereichernd und fröhlich und die SpinnrĂ€der surrten vielleicht gerade wegen des eher kĂŒhlen und regnerischen Wetters fleissig. FĂŒr die Exkursion zu den Lamas und Alpakas schien dann aber doch gerade die Sonne.

Nun aber der Reihe nach: Sonja R, die Organisatorin des FrĂŒhlingstreffs - herzlichen Dank fĂŒr die grosse Arbeit Sonja! - empfing uns im Hotel Baumgarten in Aeschi. Sechs neue Spinnerinnen waren mit von der Partie: Virginie aus Bons-en-Chablais (bei Genf), Barbora (Hinterkappelen bei Bern), Silvia  (Ostermundigen bei Bern), Tina (Riein bei Ilanz, GR), Christiane  (Wohlen, AG) und Margrit  (EmmenbrĂŒcke, LU). Und sogar ganz Junge wie Cathleen, die ihre Mutter an das Treffen begleitet hat, sind nun mit von der Partie. Das ist sehr erfreulich, das alte Handwerk des Spinnens hat somit gute Aussichten fĂŒr die Zukunft.

Exkursion zur Alpaka- und Lama-Zucht

Nach einer kleinen Erfrischung nach der Anreise und dem Zimmerbezug war die Exkursion zu den Lamas und Alpakas angesagt. Etwas oberhalb des Dorfes Aeschi betreibt die Familie LuginbĂŒhl-Lippl und LuginbĂŒhl-Catagora eine grosse Zucht dieser aus SĂŒdamerika stammenden Tiere. Die Herden umfassen rund 200 Lamas und 120 der etwas kleineren Alpakas. Zur Sömmerung stehen zwei Alpen bereit. Die Herden in Aeschi sind gemĂ€ss ZĂŒchterin Ulli LuginbĂŒhl-Lippl (TierĂ€rztin) die grössten in Europa.

Die Zucht wurde 1994 mit argentinischen Lamas gegrĂŒndet, im Jahr 2000 wurden auch Huacaya-Alpakas und Suri-Alpakas importiert. Diese Alpakas sollten ursprĂŒnglich nur ihre Import-QuarantĂ€ne in der Schweiz verbringen und dann nach England weiterreisen. Doch wegen der Maul- und Kaluenseuche in England mussten die Tiere 22 Monate in der Schweiz bleiben und die Herde wuchs.

Die Tiere aus Aeschi werden an die immer zahlreicher werdenden Liebhaber und Liebhaberinnen verkauft. Produkte von Lamas und Alpakas wie zum Beispiel Rohwolle verkauft Zoraya LuginbĂŒhl-Catacora in einem kleinen Laden, der in einem kleinen Speicher eingerichtet ist (Rohwolle, verarbeitete Wolle; Felle, Pullover, Kappen etc., die von Indianerinnen in den Anden hergestellt werden). www.alpacas-of-switzerland.com   Die Homepage der Familie LuginbĂŒhl-Lippl hat zur Zucht und Geschichte weiterfĂŒhrende, interessante Informationen (verschiedene Sprachen).

Spinnen und Staunen ĂŒber Spinnrichtungen

Den Nachmittag verbrachten wir im Saal des Hotels Baumgarten mit Spinnen, Schwatzen und dem Austausch von Tipps und Anleitungen und dem Testen neuer SpinnrĂ€der. Yvonne Perakis hatte verschiedene Garne und Fasern mitgebracht (Baumwolle, Seide, Leinen und Hanf), die sie uns schenkte. Christine Betsche hatte auch Fasern mitgebracht zum Verschenken: Viscose und wunderbaren Ramie. Das gesamte Material fand reissenden Absatz und wir bedanken und ganz herzlich bei Yvonne und Christine! Dank ihnen können wir neue Materialien ausprobieren und ins mit der Spinnrichtung einer Faser auseinandersetzen: Ramie, lateinisch Boehmeria nivea, eine Nesselart, die in China seit ĂŒber 6000 Jahren angebaut wird und deren Fasern lang sind und 50 bis 250 mm messen. Ramiefasern sind sehr solid und fest und glĂ€nzen stark (Ă€hnlich Seide). Die Nessel wird vor allem in China, Brasilien, den Philippinen, Indien, SĂŒdkorea und in Thailand angebaut.

Ramie wird links-herum versponnen (S-Richtung), gleich wie Leinen. Grund: Die S-Richtung entspricht der Richtung, die die Fasern (deren molekulare Struktur) beim Trocknen von selber annehmen. Wollfasern und Baumwollfasern hingegen werden rechts-herum (Z-Richtung) versponnen. Achtung: Hanf ist ein Spezialfall. Hanf wird ebenfalls rechts-herum versponnen, obwohl er sonst beim Spinnen wie Flachs zu handhaben ist.

Barbora  hatte einige Spitz- und Stickarbeiten mitgebracht, deren Technik dank der fachkundigen Spinnerinnen entrĂ€tselt werden konnte: Eine Arbeit war filochiert (auch NetzknĂŒpfen oder Filieren genannt; eine sehr alte Technik, frz. dentelle de Cluny; z.B. bei Berner Tracht zu sehen Mitli, Fichu). Eine genĂ€hte Richelieu-Spitze mit den typischen, umnĂ€hten DurchbrĂŒchen (nach Kardinal Richelieu benannt, der die Technik aus Italien nach Frankreich eingefĂŒhrt hatte) . Ein rundes Decklein war in „Nageltechnik“ gemacht, bei der NĂ€gel auf ein Brett eingeschlagen sind und der Faden darumherum gefĂŒhrt wird. Diese Technik war in den 60er Jahren verbreitet, heute noch typisch auf Lanzarote anzutreffen.

Mit Liljana diskutierten wir FĂ€rben mit Pflanzenfarben. Erstaunlich, dass man ein schönes Gelb erhalten kann, wenn man mit den BlĂ€ttern der Zitronengeranie (Pelargonium graveolens, eine Duftgeranie) fĂ€rbt! Und der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) gibt ein schönes GrĂŒn. Von den Zwiebelschalen ganz zu schweigen.

Das Spinntreffen in Aeschi war eine regelrechte Informationsbörse, wir konnten Ideen austauschen und viele neue Anregungen holen, um Neues auszuprobieren, sei es eine neue Technik oder ein neues Material. Es war ein Super-Weekend, nochmals besten Dank an Sonja fĂŒr die grosse Arbeit!

NĂ€chste Treffen/Termine:

Das Herbsttreffen ist fĂŒr den 9. und 10. Oktober geplant, in Hemberg (SG) im Toggenburg. Dort betreibt seit kurzem die Spinnerin Heidi MĂŒller ein Hotel-Restaurant, das neben GĂ€stezimmern auch ein Massenlager hat. Heidi hat ein Treffen bei ihr vorgeschlagen, das Thema ist aber noch offen – VorschlĂ€ge sind willkommen und können auf der Homepage www.spinntreffen.ch gemacht werden. Sicher werden wir im Toggenburg die Kaschmir-Ziegen-Zucht von Stephan Wagner in Ebnat-Kappel besichtigen können. Er verkauft auch Kaschmirwolle.

Das FrĂŒhlingstreffen im JubilĂ€umsjahr 2011 organisiert Yvonne in Cernier (NE) oberhalb von Neuenburg. Es soll im Rahmen von Evologia und der Laines d’ici stattfinden (www.evologia.ch). Yvonne macht auf die Ausstellung „Portes de Paradis“ (Himmelspforte) vom 17. Juni bis 19. September 2011 aufmerksam     (www.lainesdici.ch)

Achtung: Nicht vergessen: Das Jahr 2011 ist unser JubilĂ€umsjahr, wir feiern das 30jĂ€hrige Bestehen unserer Gruppe! Wie wollen wir das feiern, mit welchem Thema? Wie wĂ€re es, eine Ausstellung zu organisieren? Schreibt Eure Überlegungen und Ideen dazu per E-Mail an spinntreffen@gmx.ch. Danke.

Allen einen schönen Sommer rund ums Spinnen, FÀrben und die Pflanzen.

Nicole Dumont-BĂ©Boux (dt. Fassung Barbora )

Zu den Bildern


Rencontre des Fileuses suisses, 29-30 mai 2010

Nous Ă©tions une trentaine de fileuses suisses, accompagnĂ©es de deux messieurs, Ă  nous retrouver Ă  Aeschi prĂšs Spiez pour notre rĂ©union printaniĂšre. Le beau temps nâ€˜Ă©tant pas au rendez-vous, nous avons trĂšs vite renoncĂ© aux balades  pour nous concentrer sur nos rouets ; comme chaque fois,  la rencontre fut vivante, enrichissante et joyeuse.

Sonja R, organisatrice de ces journĂ©es et que nous remercions de tout coeur, nous a accueillis Ă  l’hĂŽtel Baumgarten d’Aeschi et nous a prĂ©sentĂ© six nouvelles fileuses : Virginie  de Bons-en-Chablais ( prĂšs deGenĂšve), Barbora de Hinterkappelen (BE), Silvia d’Ostermuntigen (BE), Tina de Riein (GR), Christiane de Wohlen (AG), et Margrith d’EmmenbrĂŒcke (LU).  Cela fait plaisir de voir que le groupe s’étoffe de personnes dynamiques et que mĂȘme des toutes jeunes, comme Cathleen qui accompagnait sa mĂšre, s’intĂ©ressent aux fibres!  Le filage artisanal a encore de beaux jours devant lui. Et la somme de connaissances que nous dĂ©tenons continuera de se transmettre.

AprĂšs un verre d’eau pour se remettre du voyage et la distribution des chambres, nous sommes partis visiter l’élevage de lamas et d’alpacas installĂ© tout prĂšs du village. Cet Ă©levage a Ă©tĂ© crĂ©Ă© par les familles LuginbĂŒhl-Lippl, et LuginbĂŒhl-Catacora qui travaillent en collaboration avec Bill Barnett, mĂ©decin vĂ©tĂ©rinaire amĂ©ricain Ă  la tĂȘte du plus grand troupeau d'alpagas en dehors d’AmĂ©rique du Sud. C’est Uli Lippl-LuginbĂŒhl (mĂ©decin vĂ©tĂ©rinaire), Ă©pouse d’Arnold LuginbĂŒhl, qui nous a prĂ©sentĂ© la ferme et son histoire. En bref, l’aventure a commencĂ© en 1994 avec l’arrivĂ©e de lamas Wooly d’Argentine et s’est poursuivie dĂšs l’an 2000, par l’importation d’alpacas Suri, (originairement prĂ©vus pour l’Angleterre et retenus plus de 2 ans Ă  Aeschi en raison d’une Ă©pidĂ©mie de MKS en Angleterre) et d’alpacas Huacayas. Le site internet mis sur pied par la famille LuginbĂŒhl, www.alpacas-of-switzerland.com, est trĂšs bien fait et dĂ©crit magnifiquement (et dan la langue de votre choix) leur travail et leurs buts qui vont de la vente d’animaux de compagnie, d’animaux d’élevage ou d’exposition, Ă  la vente, dans la boutique tenue par Zoraya LuginbĂŒhl-Catacora, de laine brute et travaillĂ©e, de vĂȘtements et d’objets fabriquĂ©s Ă  la main par des Indiens des Andes. Une belle entreprise familiale  Ă  qui nous souhaitons longue vie!

AprĂšs un petit tour Ă  la boutique pour nous faire des envies ou acheter de la laine, l’aprĂšs-midi s’est poursuivie Ă  l’hĂŽtel, Ă  filer, Ă  bavarder, Ă  Ă©changer trucs et recettes, et Ă  tester les nouveaux rouets.

Yvonne Perakis avait apportĂ© divers Ă©cheveaux de coton, de soie, de lin et/ou de chanvre Ă  donner. Christine Betsche avait aussi apportĂ© du fil de viscose et de ramie et un magnifique rouleau de ramie, Ă  donner Ă©galement. Tout ce matĂ©riel a eu un franc succĂšs et nous remercions chaleureusement et Yvonne, et Christine. GrĂące Ă  elles, nous avons l’occasion d’essayer d’autres matĂ©riaux et de nous poser des questions comme celle de savoir dans quel sens filer la ramie (hortie de Chine connue depuis 6000 ans) !! Quelques clics sur Internet plus tard, il s’est confirmĂ© que les fibres laineuses ou cotonneuses se filent en Z alors que le lin et la ramie se filent en S pour suivre la tendance de leur structure molĂ©culaire qui tord la fibre dans cette direction durant le sĂ©chage. Par contre, le chanvre, qui se travaille Ă  peu prĂšs comme le lin, se file en Z Ă  cause de la structure de sa fibre qui se tord naturellement en Z. Pour votre gouverne, les fibres de ramie mesurent de 50 Ă  250mm, elles sont trĂšs solides,  imputrescibles et brillantes, et rappellent la soie ; cette ressemblance leur a d’ailleurs valu d’ĂȘtre qualifiĂ©e de « soie vĂ©gĂ©tale Â». La ramie ( Boehmeria nivea) est principalement cultivĂ©e en Chine, au BrĂ©sil, aux Philippines, en Inde, en CorĂ©e du Sud et en ThaĂŻlande.

GrĂące Ă  Barbora, nous avons pu admirer et identifier diverses techniques de dentelle et broderie. Il s’agissait de la technique du filet (dentelle de Cluny ou filet guipure, artisanat trĂšs ancien qui revient en force), de broderie Richelieu (importĂ©e d’Italie par le Cardinal du mĂȘme nom) et de la technique du tissage Ă  clous qui eut son heure de gloire dans les annĂ©es 60. 

Nous avons aussi parlĂ© de teinture vĂ©gĂ©tale avec Ljiljana. Saviez-vous que vous pouvez obtenir un trĂšs beau jaune avec les feuilles du gĂ©ranium rose (Pelargonium graveolens) que l’on trouve dans tous nos jardins et qui devient mĂȘme parfois encombrant ? Et que la prĂȘle des champs (Equisetum arvense) que l’on trouve sur tous les bords de routes donne un joli vert ? Sans parler des pelures d’oignons que nous gardons prĂ©cieusement au grand dam de notre entourage !

Ce week-end a Ă©tĂ© l’occasion d’un bel Ă©change d’informations diverses, de quoi stimuler l’esprit et donner l’envie de sortir des chemins battus en essayant d’autres matĂ©riaux et d’autres techniques. Nous sommes reparties dimanche sous la pluie mais ravies de notre week-end ! Encore merci Ă  Sonja.

La prochaine rencontre est prĂ©vue pour les 9 et 10 octobre Ă  Hemberg (StG) dans le Toggenburg. Heidi MĂŒller, qui est Ă  la tĂȘte d’un restaurant-hĂŽtel-dortoir, souhaite nous recevoir et peut nous loger soit dans des chambres, soit en dortoir. Le thĂšme n’est pas encore dĂ©fini et le site des fileuses http://www.spinntreffen.ch attend vos suggestions. Nous aurons cependant l‘occasion de voir, toucher et acheter de la laine de Cachemire grĂące Ă  Stephen Wagner de Ebnat-Kappel, qui, je crois, tente de lancer un Ă©levage de chĂšvres.

Yvonne est en train d’organiser la rencontre du printemps 2011 Ă  Cernier (NE), dans le cadre d’Evologia (http://www.evologia.ch)et de Laines d’ici et nous annonce l’exposition « Portes de Paradis Â» qui sera ouverte du 17 juin prochain au 19 septembre (informations Ă  www.lainesdici.ch).

N’oubliez pas que l’annĂ©e prochaine, nous cĂ©lĂ©brerons les 30 ans de notre groupe. Comment allons-nous les fĂȘter, sur quel thĂšme ? Et si nous organisions une exposition ? Envoyez vos rĂ©flexions et suggestions par e-mail Ă  spinntreffen@gmx.ch   Merci.

A toutes, bel été autour du filage, des teintures et des plantes!

Nicole Dumont-BĂ©Boux


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